Henrike Naumann ist tot, nach spät diagnostizierter, kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Das hat das Institut für Auslandsbeziehungen am Sonntagabend bestätigt. Das ist die Institution, die für die Gestaltung des deutschen Pavillons auf der Biennale von Venedig verantwortlich ist.
Eigentlich hätte dies nämlich das Jahr sein sollen, in dem Henrike Naumann endlich die ganz große internationale Bühne betritt. Dass sie auserkoren war, auf der im Mai eröffnenden Biennale gemeinsam mit Sung Tieu den deutschen Pavillon zu füllen, war schon in sich als starkes Statement wahrgenommen worden und hatte zu großen Erwartungen geführt: zwei jüngere Künstlerinnen, die beide wesentlich im Ostdeutschland der Nachwendezeit sozialisiert wurden und sich mit den Verwerfungen im Nachwende-Deutschland auch künstlerisch viel auseinandersetzen. Continue reading